Drahthaus

1907 wurde als Verband der deutschen Drahtindustrie die „Deutsche Drahtwalzwerke Aktien-Gesellschaft“ mit Sitz in Düsseldorf gegründet. Die Stadt war dazu als zentraler Ort der Verwaltungen der deutschen Eisen- und Stahlindustrie („Schreibtisch des Ruhrgebiets“) bestens geeignet. Nach der Auflösung 1914 wurde er erst 1925 – nach Weltkrieg sowie Besetzung des Rheinlandes und des Ruhrgebiets – unter dem alten Namen und weiterhin mit Sitz in Düsseldorf wiedergegründet. Der Nationalsozialismus beendete aber auch diese Etappe der Verbandsbildung – eine staatlich gelenkte Kriegsproduktion entzog den kartellpolitischen Entscheidungen privater Unternehmen weitgehend die Grundlage. 1943 schließlich wurde die „Deutsche Drahtwalzwerke Aktien-Gesellschaft“ in den größeren „Walzstahl-Verband GmbH“ übernommen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg knüpfte der Fachverband der Drahtindustrie wieder Tradition an und ließ 1951/52 das Drahthaus an der Kaiserswerther Straße errichten. Nach Plänen von Helmut Hentrich und Hans Heuser entstand eines der richtungsweisendsten Bauten der Düsseldorfer Nachkriegszeit. Die filigrane Fassade des viergeschossigen Gebäudes hat eine vorgesetzte tragende Stahlrohrfassade, hinter der eine zurückgesetzte dreibahnige Fassade aus Glasverbundwänden besteht. Als Brüstung dienen zwischen die Stahlrahmen gespannte Drahtseile, die den Bezug zum Verband herstellen. Rechts vor dem Gebäude befindet sich die Figur „Stehender Jüngling“ von Georg Kolbe. 1994 fusionierten die Eisendraht-Vereinigung e.V. und die Stahldraht-Vereinigung e.V. zur „Eisendraht- und Stahldraht-Vereinigung e.V. Düsseldorf“ mit der Aufgabe, „die gemeinsamen wirtschaftlichen, technischen und wirtschaftspolitischen Interessen der in ihr zusammengeschlossenen Industriezweige zu wahren und zu fördern“.

Besucherinformation

Drahthaus Kaiserswerther Straße 137, 40474 Düsseldorf