Hohenzollern-Werk

Die Aktiengesellschaft für Lokomotivbau wurde 1872 von dem Industriellen Franz Haniel und weiteren Kapitalgebern gegründet und 1874 in Betrieb genommen. In der Nähe der Fabrik entstand 1873 eine Arbeiter- und Beamtenkolonie, die in Teilen noch erhalten ist. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Jahrzehnt nach der Gründerkrise behinderten die Entwicklung des Unternehmens. Erst ab Mitte der 1880er Jahre entwickelte sich das Unternehmen günstig und musste seine Anlagen mehrfach vergrößern. Gebaut wurden vorwiegend kleinere Loks für den Werksbahn- und Straßenbahnbetrieb sowie den Rangierdienst, außerdem feuerlose Loks für den Bergbau, stationäre Dampfmaschinen, Ventilatoren und Öfen für Werkstätten und Kirchen an Abnehmer im In- und Ausland. Um die Jahrhundertwende arbeiteten für Hohenzollern rund 1.000 Personen. 1913 wurde die 3.000ste Lokomotive geliefert. Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg mit Arbeiterunruhen, Separatistenbestrebungen, Ruhrbesetzung und passivem Widerstand setzten dem Unternehmen stark zu. In der Weltwirtschaftskrise wurden der Betrieb 1929 eingestellt und die 800 Beschäftigten entlassen. 1934 beschloss die Generalversammlung die Auflösung der Firma. Während des Zweiten Weltkriegs unterhielt die Rheinmetall AG auf dem Gelände eine Rüstungsproduktion und das KZ-Außenlager Berta. Mit ca. 1.000 Häftlingen war es das größte in Düsseldorf. Auf dem ehemaligen Fabrikgelände stehen heute die Hauptverwaltung der Metro AG und das Wohnquartier Grafental. Neben den Werkswohnungsbauten sind noch ein Teil der Hauptverwaltung und die alte Elektrozentrale (1872-1874) erhalten.

Besucherinformation

Hohenzollern Lokomotivfabrik Neumannstr. 4 und 6, 40235 Düsseldorf